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Heutige und zukünftige Einsatzorte für Drohnen


In dem ersten Band der Trilogie „Garta“ werden Drohnen erwähnt, die in der Lage sein sollen ganze Häuser zu bauen. Das geschieht natürlich schneller und kostengünstiger als alle bisherigen üblichen Baumethoden. Aber kann das überhaupt funktionieren? Sind Drohnen tatsächlich in der Lage Städte zu errichten? Und wenn nicht, welche Einsatzgebiete haben sie heute und was wäre zukünftig noch möglich?

Generelle Vorteile

Zunächst stellt sich die Frage, welche Vorteile Drohnen überhaupt liefern, im Vergleich zu beispielsweise menschlichen Arbeitskräften.

Die kleinen fliegenden Helfer bieten nahezu jeder Firma, die sie einsetzt, eine ganze Reihe von Vorteilen. Zunächst sind sie heutzutage recht günstig in der Produktion, sowie in der Herstellung. Die Zeiten, wo solch ein technisches Gerät noch ein kostspieliger Traum war, sind längst Geschichte. Auch sind sie recht einfach zu bedienen und lassen sich bereits mittels einer App und einem handelsüblichem Tablet ganz einfach steuern. Bedeutet, dass zeit- und kostenintensive Fortbildungen für die Mitarbeiter, wie es beispielsweise bei großen neuen Maschinen der Fall wäre, meist nicht nötig sind. [1]
Alleine diese Kostenvorteile wirken auf etliche Unternehmen bereits attraktiv.

 

Bestellungen per Drohne

 

Es ist nur logisch, dass Drohnen gerade im Logistikbereich große Erwartungen wecken. Schließlich scheinen sie perfekt dazu geeignet, Pakete schneller und kostengünstiger auszuliefern, als der herkömmliche Paketbote.
Ähnliche Pilotprojekte namenhafter Logistikunternehmen laufen bereits. Beispielsweise betreibt die DHL schon heute eine Teststrecke mit ihrem DHL-Kopter. Dieser fliegt eilige Medikamentensendungen auf die Nordseeinsel Juist. So können Drohnen etwas, was der Paketbote nur schwer schafft: Sie bringen Sendungen auch an schwer erreichbare Orte, wie etwa Inseln oder hohe Bergdörfer [2].

 

Landwirtschaftlicher Nutzen

Aber nicht nur die zukünftigen Onlinebestellungen könnten per Drohne zu uns nach Hause kommen. Auch die Landwirtschaft hat die kleinen, teilweise autonom fliegenden Helfer für sich entdeckt.
So können diese, wenn sie mit entsprechenden Gerätschaften ausgestattet sind, über Luftaufnahmen ganz einfach einen schnellen Bericht zum Status des Ackers bereitstellen. Damit kann der Landwirt in Windeseile und sogar ohne selbst zum Acker fahren zu müssen herausfinden, wie es um seine Felder steht, wie sich das Wachstum entwickelt, wie stark der Schädlingsbefall ist und vieles mehr. Auch hier verspricht man sich einen Zeitvorteil, denn wenn der Landwirt schon morgens weiß auf welchen Feldern was getan werden muss, so kann er seine Effektivität massiv steigern. [3]

 

Drohnen in der Baubranche

Doch zurück zum Kern des Artikels. In meinem Roman sind es Drohnen, die Häuser teilweise in nur wenigen Wochen hochziehen. Im Moment scheint dies natürlich noch Wunschdenken zu sein. Aber wie realistisch ist es und wo genau sind Drohnen denn schon heute auf der Baustelle im Einsatz?

 

Inspektion und Analyse

Dass Drohnen schnell und unkompliziert in große Höhen aufsteigen können, hat ungeahnte Vorteile. Es ist für sie viel einfacher Strommasten, Windräder, Schornsteine oder andere Bauwerke abzufliegen und sie zu inspizieren. Mit menschlichen Arbeitern bedeutet dies ein hohes Risiko und noch höhere Kosten. Dadurch eignen sie sich hervorragend für Bauwerksanalysen und Inspektionen. Sie können beispielsweise prüfen, ob die Wärmedämmung in einem Gebäude funktioniert, oder Sturmschäden an solchen schneller erfassen und dokumentieren. Es gibt bereits einige Firmen, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben [4].

Dadurch können mittels der gesammelten Bodendaten beispielsweise diverse Gutachten oder Empfehlungen ausgesprochen werden, etwa für neu erschlossenes Bauland. [5] Doch auch in der Vermessung liegen Chancen. Denn sie sind auch dazu in der Lage die Landschaft unter sich recht präzise zu vermessen und auf der Datenlage recht schnell anschauliche 3D-Modelle zu erstellen, die Architekten das Planen erleichtern [6].

 

Präsentationszwecke

Bei den meisten Eigenheimbesitzern dürfte bereits einmal jemand freundliches geklingelt haben, der einem anbot eine atemberaubende Luftaufnahme des eigenen Hauses zu verkaufen. Solche Bilder sind beliebt, lässt sich mit dem schön in Szene gesetzten Haus doch recht gut angeben und aus der Vogelperspektive wirken selbst die kleinsten Waldhütten nahezu majestätisch. Doch nicht nur für solche einfachen Luftaufnahmen eignen sich Drohnen. Besonders bei der Dokumentation des Baufortschritts leisten sie gute Dienste und ermöglichen es damit, viel mehr Details zu erfassen als bisher. So ließen sich Baufehler einfacher vermeiden, oder aber kleinere Änderungen, die Fehler in der Planung aufdecken und beheben, könnten schneller erkannt werden [7].

 

Aber bauen sie auch?

Und wie! Es gibt beispielsweise schon Versuche an Universitäten, bei denen Drohnen beginnen Mauern zu bauen, oder genauer, wie sie Steine stapeln [8]. Da ist ein ganzes Haus nicht mehr weit entfernt, auch wenn daran noch gearbeitet werden muss. Schließlich benötigt man für solch ein großes Bauwerk mehr als eine Drohne und die müssten als Schwarm agieren.
Aber was heute schon ganz gut klappt, ist das flechten von Seilen, ja sogar von ganzen Brücken. Die ETH Zürich beispielsweise ließ bereits 2015 Drohnen eine Hängebrücke flechten, die tatsächlich Menschen tragen könnte.

 


Zukunft & Fazit

Auch für die Zukunft gibt es noch viele weitere denkbare Einsatzmöglichkeiten für unbemannte Drohnen.
So wird beispielsweise schon an solchen geforscht, die sich nur über die Gedanken steuern lassen sollen. Damit möchte man querschnittsgelähmtem Menschen helfen, denn Drohnen wären dazu in der Lage einige alltägliche Aufgaben für sie zu übernehmen und sie damit zu unterstützen [9].

Somit lässt sich festhalten, dass „Garta“ mehr mit der Realität zu tun hat, als man vielleicht denkt. Sicher, ganze Häuser kann ein Drohnenschwarm heute noch nicht hochziehen. Aber in Anbetracht der vielen Fortschritte auf dem Gebiet in den letzten paar Jahren scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis Bauzeiten von wenigen Wochen fürs Eigenheim tatsächlich Realität werden könnten.

 


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