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Der Verkehr der Zukunft


Wie wird unser Verkehr in den Städten und auf dem Land in naher Zukunft aussehen? Was für Trends, was für Ideen gibt es bereits heute?

Diese Fragen sind tatsächlich gar nicht so leicht zu beantworten. Zum einen gibt es viele verschiedene Richtungen, die diese Entwicklung der Verkehrswende nehmen kann. Zum anderen kommt es ganz darauf an, was unsere Gesellschaft möchte und welche innovativen Lösungen die Wirtschaft, als auch die Politik noch ausarbeiten werden.

Dennoch habe ich mich auf die Suche gemacht und ein wenig recherchiert, was für aktuelle interessante Ideen und Konzepte es gibt, bzw. welche wohl tatsächlich auch Realität werden dürften.

 

 

Der digitalisierte Verkehr

 

Nein, damit sind tatsächlich noch keine autonomen Autos gemeint, sondern schlicht der generelle Einzug der digitalen Welt in unseren Straßenverkehr. Ein gutes Beispiel dafür stammt aus Tel Aviv.

Die Stadt ist, wie andere Metropolen der Welt auch, geplagt von unzähligen Staus auf ihren Straßen. Für den einen ein Ärgernis, für den anderen eine große Inspiration. Viele Start-Ups nutzen die Chance und entwickeln clevere Lösungen für das Problem. Ein klarer Trend ist erkennbar: Die Zukunft des Verkehrs liegt in der Verknüpfung vieler verschiedener Verkehrsmittel und der Individualverkehr wird abnehmen.

Mit Hilfe cleverer Apps auf dem eigenen Smartphone etwa sollen sich typische Wege ganz einfach und kostengünstig planen lassen, vorwiegend über den öffentlichen Nahverkehr. Die Apps sollen die Auslastung der Verkehrsmittel, als auch die Art erkennen und darüber eine angenehme, schnelle und sichere Fahrt anbieten können. Auch Taxis und Busse werden dabei berücksichtigt.

Dasselbe System wird auch für Leihfahrräder erprobt. So soll darüber die Verfügbarkeit, das Buchen der Räder, als auch die Rückgabe geregelt werden. Selbst Fahrten können so ganz einfach geplant und gemanagt werden.

Aber wie ist das mit dem Verkehr generell? Apps sind ja gut und schön, doch was ist mit dem ganzen Rest?

 

Die Verkehrswende

 

Experten sind sich einig: Unser Verkehrs- und Mobilitätsverhalten muss sich ändern. Eine Verkehrswende ist unverzichtbar. Sie prophezeien, dass wir Menschen uns unsere Freiheit im Straßenverkehr zurückholen werden. Moment, welche Freiheit? Ganz einfach: In der Regel sind wir im Verkehr heute sehr passiv. Wir setzen uns in ein Fahrobjekt, dass von jemandem gesteuert wird. Der Rest sitzt auf seinen Plätzen und wartet, bis die Fahrt zu Ende ist. Genau das soll sich aber ändern: Jeder von uns soll die Freiheit erlangen, selbst zu entscheiden wann und ob er wie fahren will. Klingt gar nicht so schlecht, oder?

Außerdem sehen Experten auch eine Gefahr im Individualverkehr. Die Menschen zieht es in die Städte und schon heute sind die Straßen von Autos regelrecht verstopft. Verkehrsplaner wissen langsam nicht mehr weiter und daraus lesen Experten eines heraus: Wir müssen umsteigen. Dass jeder von uns ein eigenes Auto besitzt, muss sich in den Städten ändern. Gerade dort sei es ein Leichtes auf Bus, Bahn, das eigene oder geliehene Fahrrad, bzw. Carsharing umzusteigen. Teilweise geht der Trend in vielen Metropolen weltweit auch genau dahin.

Aber selbst wenn wir unsere Autos nicht teilen wollen, dann werden sie sicherlich von ganz alleine fahren, oder nicht?

 

Der Autoverkehr der Zukunft

 

Die Fakten vorneweg: Neue Antriebstechniken werden beim Auto der Zukunft natürlich immer wichtiger. Manche schwören auf den Elektroantrieb, andere sehen Gas und Wasserstoff als klaren Favoriten. Wer das Rennen am Ende macht und sich durchsetzen wird, oder ob es überhaupt nur einen Sieger gibt, wird sich zeigen. Aber in zwei Dingen stimmen alle Experten überein: Die Vernetzung des Autoverkehrs wird immer wichtiger und eine tragende Rolle für das autonome Auto der Zukunft, genauso wie auch das Teilen. Denn schon heute deutet sich der klare Trend ab, dass das eigene Auto immer unbeliebter zu werden scheint.

Der Autoverkehr gerade in der Stadt wird sich zurückziehen müssen. Immer mehr Leute fordern von den Stadtplanern, dass in Städten den Autos Fläche genommen werden muss, um sie den Radfahrern und Fußgängern zu geben. Das soll die Alternativen zum Auto attraktiver machen und tatsächlich, genau dieser gewünschte Effekt zeigt sich beispielsweise in den Niederlanden, die eine sehr hohe Radfahrquote aufweisen. Auch sehen Experten ein geparktes Auto eigentlich als ökonomische Katastrophe. Sie stehen die meiste Zeit ihres Lebens ungenutzt auf Parkflächen, anstatt zu fahren. Sie kosten also Geld, obwohl sie gerade nichts für den Besitzer oder die Besitzerin tun. Genauso sei es viel zu günstig das Auto zu parken. Würde es in Städten etwa zum einen weniger Stellplätze für PKW geben und diese auch noch relativ teuer sein, dann bliebe vielen Menschen nichts anderes übrig, als über den öffentlichen Nahverkehr in die Stadt zu gelangen und das kann die Straßen entlasten und die Umwelt schonen.

Doch zum Auto selbst! Autonome Fahrzeuge eignen sich eher für Kurz-, als für Langstrecken und werden deswegen wohl gerade in Städten eingesetzt. Möglich wären sie natürlich auch auf dem Land, sind dort aber ökonomisch noch nicht ganz so attraktiv. Die weltweiten Autobauer versuchen sich ständig zu übertrumpfen und kündigen stets neue Fortschritte an. Teilweise schlagen auch Newcomer, wie etwa Tesla aus den USA, unseren deutschen Autobauern gerne ein Schnippchen. Doch generell ist auch hier ein Trend sichtbar: Einen typischen Fahrersitz soll es im autonomen Auto nicht mehr geben. Falls es nötig wird und jemand selbst das Steuer übernehmen muss, dann soll das von jedem Platz im Fahrzeug aus möglich sein Genauso wird sich auch die Atmosphäre des Autos ändern. Sie soll mehr und mehr einem Wohnzimmer mit entspannter Atmosphäre entsprechen und weniger einer beengenden Dose, in der man sich irgendwie vorwärts bewegt. Die Individualität wird den Kunden immer wichtiger, so auch beim Auto. Selbst die Innenausstattung von Autos soll vollständig austauschbar und sich stets an die eigenen Bedürfnisse und Vorlieben anpassen lassen.

Für autonome Autos gibt es eine Menge Lösungen und Möglichkeiten. Wichtig ist dabei aber vor allem, dass die Kommunikation funktioniert. Menschen im Straßenverkehr, wie etwa Fußgänger, müssen sich sicher sein können, dass das Auto sie auch erkannt hat und der Übergang sicher ist. Umgekehrt hat das Auto natürlich auch die Priorität niemanden zu verletzen und dem Menschen stets Vorrang einzuräumen. Bei Menschen funktioniert dies über Blickkontakt. Zwischen Mensch und Maschine allerdings muss die Kommunikation noch verbessert werden. Doch auch das ist ein Problem, an dem die Autobauer arbeiten. Daimler etwa stellt sich die autonome Zukunft so vor:

 


Ampeln und Kreuzungen

 

Gerade was die Infrastruktur angeht gibt es einige neue Ideen und Konzepte, die heute schon erprobt werden.

So gibt es aktuell Versuche, bei denen Ampeln bevorzugt für den ÖPVN oder für Rettungskräfte auf grün schalten. Die Kommunikation der Ampeln untereinander nimmt also ebenfalls immer weiter zu. Das sogenannte Internet der Dinge macht auch vor dem Straßenverkehr nicht halt. Dank Induktionsschleifen im Asphalt erkennt eine Ampel etwa, ob ein Fahrzeug an ihr wartet oder nicht und schaltet entsprechend. Ist also keiner da, bleibt sie rot und der Verkehr auf der Hauptstraße kann ungehindert fließen. Genauso gibt es Versuche, bei denen Ampeln mit den wartenden Autos kommunizieren. So soll dem Fahrer über einen Countdown im Wagen angezeigt werden, wie lange die Warteperiode noch dauert und auch das Auto soll darüber wissen, wann es den Motor aus und wann wieder anstellen kann. Das spart zum einen Treibstoff, Lärm, als auch Abgase und kann so einen kleinen Teil zum Umweltschutz beitragen.

Gerade bei Straßenkreuzungen gilt es den Verkehrsfluss zu verbessern. Das MIT aus den USA hat genau dazu geforscht und es tatsächlich geschafft eine Kreuzung zu entwickeln, die völlig ohne Ampeln auskommt. Ausgangslage ihres Konzeptes ist, dass sich nur noch autonome Fahrzeuge auf den Straßen bewegen und diese miteinander kommunizieren. So weiß jedes Auto, wo das andere hin möchte und kann entsprechend entscheiden, wann, ob und wie schnell es jetzt über die Kreuzung fahren kann. Algorithmen helfen bei den Berechnungen und auch ein automatischer Sicherheitsabstand kann vom Computer so eingehalten werden. Nur leider sind solche Konzepte zu futuristisch, denn bis auf unseren Straßen nur noch autonome Fahrzeuge unterwegs sind, dürfte es noch eine ganze Weile dauern.

 

Flugtaxis

 

Sie werden von unserer Digitalministerin, Dorothee Bär, als die Lösung für das Verkehrsproblem in Städten angepriesen: Die Lufttaxis. Aber sind sie wirklich schon soweit sich zwischen unseren Wolkenkratzern zu bewegen?

Klar ist, dass wir auch den Luftraum in Städten besser nutzen müssen und dass die Technik des fliegenden Mobiles keine Science-Fiction mehr ist. Schon heute gibt es Städte, in denen Lufttaxis ganz regulär im Einsatz sind. Nur haben auch diese meist noch einen Fahrer, denn autonom können die Gefährte noch nicht fliegen.

Auch Haltestellen für die Taxen dürften keine Probleme bereiten, denn die sind kaum größer als ein Basketballfeld und damit in jeder Stadt relativ gut integrierbar.

Sinn macht diese neue Technik, also die Hubschrauber im Miniformat, nur, wenn sie mit erneuerbaren Energien betrieben und damit emissionsfrei ist. Weiter müssen sie auch leise und bezahlbar sein. Aber genau daran arbeiten aktuell weltweit viele Start-Ups und Unternehmen. Sie können bereits einige Erfolge vorweisen. Sie sollen daher als Teil des ÖPVN verstanden werden und auch per App buchbar sein.

Aktuelle Hürden in Deutschland für die Technologie sind, dass das deutsche Luftrecht diese Art der Nutzung gar nicht vorsieht und dass für entsprechende Flugtaxen noch etliche Zulassungen fehlen. Auch Stadtplaner müssen Routen der Gefährten miteinbeziehen und etwa Hindernisse und die Start- und Landebedingungen optimieren. Das alles sind aber größtenteils politische Hürden, an denen, laut unserer aktuellen Digitalministerin, aber bereits gearbeitet werde.

 


Wie wir sehen, wird der Verkehr der Zukunft sehr vielfältig. Deutlich wird auch, dass das eigene Auto immer unwichtiger zu werden scheint, zumal die ökonomische Bilanz immer negativer ausfällt und viele Menschen gerade in Städten sich deswegen bereits gegen ein eigenes Auto entscheiden.

Wir dürfen also sehr gespannt sein wohin sich diese Trends entwickeln und wie wir unsere Mobilität von morgen gestalten werden.

 


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