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Wie entsteht Krebs?

Mein erster Roman „Die Anhänger der Liebe“ beinhaltet auch einen Schicksalsschlag: Die Großmutter der Protagonistin Jenny erkrankt an Krebs. Natürlich wirft das ihr Leben völlig aus der Bahn und mischt die ganze Geschichte des Romans nochmal ordentlich durcheinander. Aber keiner ihrer Angehörigen hatte ihr erklärt, wie Krebs eigentlich genau entsteht.

Die Entstehung von Krebs

Tatsächlich ist diese Krankheit nahezu erschreckend simpel: Wir wissen, dass sich unsere Körperzellen regelmäßig teilen. Jeder weiß das der sich schon einmal an einem Blatt Papier geschnitten hat und ein paar Tage später war die Wunde „zugewachsen“. Die Gene, das heißt unsere DNA (Erbsubstanz), bilden bei der Krebsentstehung den Ausgangspunkt. Wenn sich eine Zelle teilt, so wird auch ihre DNA kopiert. Dabei können aber Fehler auftreten, sogenannte Mutationen. Diese können von Umwelteinflüssen übrigens positiv oder negativ beeinflusst werden. Manchmal kommt es dann vor, dass die Gene mutieren, die das Wachstum eurer Körperzelle steuern. Die Folge davon ist dann, dass eure Zelle nicht mehr weiß wann sie aufhören muss sich zu teilen, was dann die Ursache von Krebs bildet. Wenn jemand also an Krebs erkrankt ist, bedeutet das, dass irgendwo in seinem Körper eine Zelle mutiert ist und nicht mehr aufhört sich zu teilen. Manche von diesen Krebsgeschwüren wachsen sehr schnell und aggressiv, andere erreichen erst nach Jahren oder Jahrzehnten eine gefährliche Größe. Das Interessante: Dieser Vorgang findet, aufgrund der hohen Anzahl von Körperzellen aus denen wir bestehen, nahezu jeden Tag statt! Doch glücklicherweise haben wir einen Aufpassen, unser Immunsystem. In der Regel erkennt dieses solche außer Kontrolle geratenen Körperzellen und zerstört sie, noch bevor sie ernsthaft gefährlich werden können. Manche Krebsmutationen aber schaffen es durch weitere Mutationen sich vor dem Immunsystem zu verstecken und das sind auch die gefährlichen. Je nachdem wo der Krebs dann auftritt, bezeichnet man auch die Krankheit. Wächst die Wucherung im Hirn, ist es ein Gehirntumor, wächst er in der Lunge, ist es Lungenkrebs. Schlimmer noch ist es, wenn der Krebs eine gewisse Wachstumsgrenze überschritten hat. Dann platzt er regelrecht auf und der Tumor kann sich im ganzen Körper verteilen - es entstehen sogenannte Metastasen. Hierbei unterscheidet man auch zwischen gutartigen und bösartigen Krebssorten. Gutartige sprengen sich nicht auf und wachsen nur bis zu einer bestimmten Größe heran. Sie könne gefahrlos herausoperiert werden und hinterlassen für gewöhnlich keine Folgeschäden. Bösartige hingegen sprengen sich auf, verteilen sich im ganzen Körper und wachsen dann erneut. So kann ein geplatzter Lungentumor beispielsweise weitere Tumore im Hirn, in den Beinen oder gar im Herzen verursachen. Gutartige Tumore haben daher meist auch ein langsames Wachstum, eine unscharfe Begrenzung im Gewebe und wachsen nicht in die Blutgefäße oder weiteres angrenzendes Gewebe ein. Bösartige aber wachsen schnell, dringen in Blutgefäße und das umliegende Gewebe ein, haben eine hohe Rückfallquote und wuchern gerne ohne Ende, wie die deutsche Krebsgesellschaft auf ihrer Website erläutert.

Krebs ist also eigentlich eine recht simple Krankheit, die aber einen teilweise jahrelangen und komplexen Verlauf zeichnen kann.

 

Bedeutung der Lymphknoten

Diese sind Bestandteil unseres Immunsystems und spielen auch bei der Krebsbekämpfung eine tragende Rolle. Sie fungieren als Filterstationen, dass fremde Metastasen des Krebses im Blut registriert und diese herausfiltert und bekämpft. Auch sammeln sie andere Fremdstoffe, z.B. Viren und Bakterien und bekämpfen sie anschließend durch eine Entzündungsreaktion. Viele haben den Satz „Ja, ihre Lymphknoten sind geschwollen“ schon einmal vom Arzt gehört, der damit exakt diesen Vorgang meint. Auch bilden die Lymphknoten spezifische Abwehrzellen, die Lymphozyten, die bei der Bekämpfung diverser Krankheiten dem Immunsystem zur Seite stehen.

Somit hat gerade dieser körpereigene Filter eine wichtige und tragende Bedeutung!

 

Krebsprävention

Wie bereits oben erwähnt, gibt es aber Möglichkeiten das Risiko für eine Krebsbildung zu verringern oder zu steigern. Denn Mutationen werden sehr häufig von Umwelteinflüssen, wie beispielsweise Giftstoffen, ausgelöst.

So dürfte nahezu jeder schon gehört haben, dass Rauchen das Krebsrisiko erhöht, ganz besonders für Lungenkrebs, da die giftigen Stoffe dort als erstes landen. Das stimmt auch. Es ist aber tatsächlich nicht das Nikotin, dass den Körperzellen gefährlich wird. Es sind etwa 40 andere Substanzen im Tabak, die das Mutationsrisiko für die Lungenzellen drastisch erhöhen können. Schlimm ist aber auch, dass diese sich nicht nur in der Lunge festsetzen, sondern sie durchwandern nahezu den ganzen Körper und deswegen kann schon eine Zigarette das Krebsrisiko für einen Hirntumor wesentlich erhöhen.

Auch Alkohol ist schädlich und kann das Krebsrisiko erhöhen, denn im Grunde ist es ein Giftstoff. Dabei sind es nicht die Alkohole selbst, sondern die Abbaustoffe, die hinterher in der Leber entstehen, die gefährlich werden können. Man empfiehlt daher pro Tag etwa 0,5 Liter Bier und 0,2 Liter Wein zu trinken. Mit diesen Mengen steigt das Risiko noch nicht so stark - alles was darüber liegt, kann aber ernste Folgen nach sich ziehen.

Aber was lässt sich dann tun, um das Risiko zu senken? Es ist so simpel wie nervtötend, da man es immer wieder hört: Bewegung und eine gesunde Ernährung. In Obst und Gemüse, als auch in Nüssen etwa stecken nämlich viele Stoffe, die vor Krebs schützen können und dem Immunsystem letztlich dabei helfen Krebszellen aufzuspüren und zu vernichten. Ähnlich ist es bei der Bewegung. Je aktiver man ist, desto besser sind das Immunsystem und der Blutkreislauf in Form und desto besser kann auch dieser Krebs effektiv abwehren. Bereits mit 30 Minuten moderater Bewegung (etwa Spazierengehen) täglich lässt sich das Krebsrisiko schon drastisch senken.

Aber gegen ein großes Risiko lässt sich leider wenig machen: Das Alter. Je älter Körperzellen sind, das bedeutet je öfter sie sich geteilt haben, desto höher wird auf Dauer auch das Risiko einer Krebserkrankung, da die Mutationsrate stetig ansteigt. Dagegen konnte man bis heute noch kein Mittel finden, aber die Krebsforschung fördert dafür immer neure und hilfreichere Erkenntnisse zu Tage, um den Menschen von dieser Geißel zu befreien.

 

Ob Jennys Oma Hilde ihrer Erkrankung letztlich erliegt oder es doch noch geschafft hat den Krebs zu besiegen, werdet ihr wohl oder übel nachlesen müssen. Dabei lassen sich super und ein paar Nüsse naschen, um noch nebenbei das eigene Krebsrisiko zu senken!


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