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Das Monddorf


Die Menschheit war bereits einmal auf dem Mond. Danach haben wir uns dazu entschlossen eine internationale Raumstation zu bauen und zu unterhalten, die seither in einer Erdumlaufbahn um unseren Planeten kreist. Doch damit wird bald Schluss sein. Die neue Idee: Ein Dorf auf dem Mond!

Warum braucht es überhaupt ein Monddorf?

Wie „Deutschlandfunk“ berichtet, wird das sogenannte „Moon Villiage“ sehr wahrscheinlich das nächste große Ding in der Raumfahrt. Dieses Konzept soll unter anderem als neues, richtiges Sprungbrett viel tiefer hinein in unser Sonnensystem dienen. Etwa auch weit hinaus, wie zum Mars. Außerdem ist auch die Rückseite des Mondes interessant. Viele Astronomen träumen regelrecht davon genau dort einige Teleskope aufzustellen, die viel tiefer und schärfer ins All hineinschauen können, da es dort keine atmosphärischen Störungen gibt. Die ISS läuft nur noch bis zum Jahr 2024 - dann laufen die Verträge aus und es braucht ein neues, großes Weltraumprojekt und das könnte eben das Monddorf sein. Es sei der nächste logische Schritt, wie Experten erläutern. Weiter soll auch gerade darüber schließlich die Frage beantwortet werden, warum die Erde einen so großen Mond besitzt. Die anderen Gesteinsplaneten gehen da nämlich ziemlich leer aus: Merkur und Venus haben gar keinen, Mars nur zwei kleine. Wie kam die Erde dann zu ihrem im Verhältnis sehr großen Begleiter? Das ist eine der größten Forschungsfragen, die das Monddorf mit beantworten soll. Genau da setzt man auch an: Auf der Apollo-Mission, die uns bereits einmal zum Mond brachte, spielte Wissenschaft kaum eine Rolle. Damals flog nur ein Geologe hoch, der Rest waren Militärpiloten. Das Dorf soll genau das ändern und zu einem absoluten Vorzeigeprojekt werden. Dazu werden vor allem auch neue Technologien benötigt, wie etwa bessere Raketen. Aber daran arbeiten weltweit etliche Raumfahrtbehörden, als auch die Wirtschaft, wie etwa SpaceX. Die größte Vision aber ist, dass in dem Dorf jede Nation, die ein Raumfahrtprogramm betreiben will, sich einfach dazugesellen und ihre eigenen Experimente durchführen kann. Die ISS wurde vor Jahrzehnten vertraglich so kompliziert gestaltet, dass es neuen Nationen nicht möglich ist noch einzusteigen. Deswegen ist China bei der ISS auch stets außen vor. Ein stetig erweiterbares Monddorf hingegen wäre offen für alle Nationen und könnte zeigen, dass gerade die Raumfahrt eine Wissenschaft ist, die Nationen ziemlich gut zusammenschweißen kann.

 

Wie soll es aussehen?

Ideen zur Gestaltung des Dorfes gibt es viele. Der aktuelle ESA-Chef etwa beschrieb, dass das Dorf robotisch, wie auch astronautisch und privat, wie auch öffentlich sein soll. Jeder soll Zugang haben dürfen und helfen, eine gelungene Infrastruktur aufzubauen. Trotz dessen, dass beispielsweise ein berliner Startup gerade dabei ist eine Rakete zu entwickeln, die eine Art Paketlieferdienst zum Mond ermöglicht, ist es viel zu kostspielig alle Baumaterialien dorthin zu liefern. Vielmehr sollen die dort bereits vorhandenen Elemente, wie Wasser, Helium-3, Metalle oder der klassische Mondstaub genutzt werden, um damit zu bauen. Deswegen will man auch zunächst Roboter hinschicken, die das Dorf für die ersten Bewohner bauen und formen. Gerade der Schutz ist eine wichtige Angelegenheit, denn der Mond bietet viele Gefahren: Mikrometeoriten, kosmische Strahlung und extreme Temperaturunterschiede von - 170° bis zu +120° sorgen für echte Härtebedingungen.

An einer Lösung zu dem Problem arbeitet der DLR mit weiteren Forschungspartnern bereits. Sie wollen Steine aus dem Mondstaub herstellen. Den in Massen vorhandenen Mondstaub wollen sie, mit Hilfe der Sonne, zu Backsteinen, Schicht für Schicht, backen und dabei auf ein additives Verfahren, wie beim 3D-Druck, setzen. Diese Mondbacksteine müssen Luftdicht sein und auch die kosmische Strahlung abweisen können. Experimente zeigten bereits, dass sie durchaus die Festigkeit von irdischem Beton haben können. Wie man die Steine am besten baut, ist allerdings noch im Gespräch. Entweder sie werden innen hohl, wodurch sie ein Vakuum haben, das imho der beste Wärmeisolator ist. Oder aber sie werden fest und können damit die Wärme des Tages speichern und in der Nacht abgeben. Da es auch keinen Mörtel auf dem Mond gibt, werden die Steine mit einem Stecksystem ineinander gesteckt. Man kann sich das Ganze wie große Legosteine vorstellen.

Da sich der Mond aber nur recht langsam dreht, haben die Bewohner des Monddorfes 15 Tage Nacht und 15 Tage Tag. Deswegen stellt sich auch die Frage, wie man denn die Energieversorgung sicherstellen möchte. Am Nordpol, der Region, die wahrscheinlich am ehesten für ein Dorf in Frage kommt, gibt es einen Berg, der so steht, dass er absolut immer von der Sonne beschienen wird. Also ein perfekter Ort für Solarpaneele, die dann die Energieversorgung dauerhaft sichern können.

Experten schätzen, dass dieses Dorf aber frühestens Mitte der 2030er Jahre realisiert werden kann.

 

Alternative: Deep Space Gateway

Ausgerechnet der US-Präsident Donald Trump war es, der bereits eine Alternative dazu angeboten hat. Er möchte lieber eine Raumstation in der Mondumlaufbahn parken, die dann genauso funktioniert wie die ISS. Sie wird aber zum einen viel kleiner als diese sein und weiter sind Wissenschaftler davon überhaupt nicht begeistert, da es weniger Forschung und weniger interessante Experimente verspricht. Sie möchten viel lieber auf den Mond und es spricht aus ihrer Sicht auch viel mehr dafür. Schließlich hat sich die Menschheit auch zum Ziel gesetzt den Mars zu besuchen und eventuell zu kolonialisieren. Da ist der Mond das optimale Testobjekt, um zu schauen, wie so etwas funktionieren könnte.

 


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