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Das Forschungsprojekt EDEN-ISS


Es geht um nicht weniger als die Zukunft der Menschheit. Gut, vielleicht etwas dramatisiert, aber wenn unsere Spezies eines Tages den Planeten verlassen will und etwa Kolonien auf dem Mond oder dem Mars gründen möchte, dann brauchen wir auch eine dortige Lebensmittelversorgung. Um genau diese sicherzustellen forscht das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt aktuell in der Antarktis an einem Projekt namens EDEN-ISS.

Die EDEN-ISS

Ziel des Forschungsprojektes ist es, langfristig vollautomatische Treibhäuser für fremde Planeten zu entwickeln. Oder kurz gesagt: Die Menschheit soll später auch auf dem Mond mit frischem Obst und Gemüse versorgt werden. Das Projekt läuft insgesamt über das ganze Jahr 2018 und wird vom DLR aus Bremen gesteuert.

Dabei kooperiert man mit Polarforschern des Alfred-Wegener-Instituts in der Antarktis. Im ewigen Eis steht das Projekt, einige hundert Meter von der dortigen Forschungsstation entfernt. Es handelt sich dabei um einen riesigen Container, in dessen Inneren Obst und Gemüse mit der Technik des „Vertical-Farming“ gezüchtet werden. Aber auch auf der Erde könnten die Forschungsergebnisse nützen, denn mit solchen Systemen ließen sich beispielsweise auch in Wüsten frisches Obst und Gemüse sehr ertragreich und effektiv anbauen! Auch die psychologischen Effekte werden untersucht. Wir wissen nämlich bereits, was mit der Psyche passiert, wenn es ständig nur Essen aus Konserven gibt. Etwas anderes ist in der Arktis auch kaum denkbar. Aber wenn es selbst dort plötzlich frisches Obst und Gemüse zu essen gibt, dann kann das bestimmt auch unsere Psyche positiv beeinflussen.

 

Wie funktioniert das Projekt?

Der Container, in dem das Gemüse wächst, ist lediglich bescheidene 13 Quadratmeter groß. Im Inneren des Prototypen des DLR herrschen kontrollierte Bedingungen: 65 % Luftfeuchtigkeit, konstante 21° Celsius und das Obst und Gemüse fühlen sich pudelwohl. Draußen in der Antarktis hingegen herrschen in strengen Nächten bis zu - 40° Celsius und stark trockene Luft.

Verwendet, um die Pflanzen zum Wachsen zu bekommen, wird die Technik des Vertical-Farmings. Dabei sitzen die Pflanzen in Plastiktöpfen ohne Erde. Die Wurzeln werden alle 10 Minuten mit einer Lösung aus Wasser und den benötigten Mineralien besprüht. Diese Technik nennt sich Aeroponik, da die Pflanzen quasi „in der Luft“ wachsen. Weiter werden auch alle Umgebungseinflüsse kontrolliert und gesteuert, sowie das verwendetet Wasser und die Luft stetig recycelt.

Das sorgt für ein sehr viel schnelleres und effektiveres Pflanzenwachstum, da Schädlinge oder Unkraut ausgeschlossen werden können.

Die Pflänzchen werden mit LEDs, zumeist in violettem, Licht bestrahlt, was für das verstärkte Wachstum sorgt. Das einzige Problem bisher sind die Erdbeeren, denn die Bestäubung von Hand funktioniert noch nicht optimal.

Insgesamt kann man in dem Container aber ungefähr alle zwei Wochen frischen Salat ernten und es sind schon, im April 2018, satte 180 kg Gemüse geerntet worden!

 

Die Ausbeute

Diese ist recht beachtlich!

Insgesamt wurden schon 77 kg Salat, 51 kg Gurken, 29 kg Tomaten, 12 kg Kohlrabi, 5 kg Radieschen und 9 kg Kräuter geerntet und das nur bis April 2018.

Der härteste Test aber für das Projekt sind die kalten und sehr strengen Polarnächte im Winter. Das ist eine echte Zerreißprobe für die Hardware. Es fällt immer mal wieder etwas aus und der Projektleiter muss versuchen es zu richten. Aber es hilft auch potenzielle Schwachstellen des Konzeptes zu finden und zu verbessern.

 

Wenn die Menschheit eines Tages ihre planetare Nachbarschaft besiedeln will, dann braucht sie auch etwas zu essen und das deutsche Forschungsprojekt EDEN-ISS untersucht wie das gelingen kann.

 


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