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Mobilität als Service

Es ist heute kein Muss mehr ein eigenes Auto zu besitzen und immer mehr Menschen werden der Unterhalt und die Anschaffung eines Eigenwagens auch allmählich zu teuer. Gleichsam versucht die Politik uns zum Umstieg auf die öffentlichen Verkehrsmittel zu bewegen, um damit die Innenstädte und die Umwelt zu schonen.

Aus dieser doch recht interessanten Mischung entsteht aktuell ein völlig neuer und unterschätzter Wirtschaftssektor, der Mobilität nicht mehr als Einmalzahlung versteht, sondern als kontinuierliche und buchbare Dienstleistung.

Der intelligente Straßenverkehr von morgen

Der Straßenverkehr von morgen sieht sich nahezu täglich mit neuen Visionen konfrontiert. So ist das Carsharing besonders in Städten immer beliebter und bewegt die Menschen auch weg vom Besitz eines eigenen Autos. Weiter treibt der Trend zum automatisierten Fahrer ebenfalls seine Früchte: In Zukunft soll der Fahrer selbst im Auto nur noch Gast sein und etwa einen guten Film auf dem Weg zur Arbeit schauen können, ohne den Straßenverkehr beachten zu müssen. Ampeln sollen sich mit Autos vernetzen können und effektiver schalten, sodass sich die Wartezeiten radikal kürzen ließen.

Das alles sich Ideen, die dafür sorgen, dass sich Stadtplanung und Mobilitätsdienstleister immer stärker verzahnen. Auch die Stadt der Zukunft soll so gebaut werden, dass ein Auto nicht unbedingt von Nöten sein wird. Autos sind im Datenrausch miteinander verbunden und kommunizieren untereinander, was sie effizienter und ökologischer machen soll.

Aber nicht nur die Technik entwickelt sich weiter: Auch wir als Autofahrer müssen lernen mit diesen Neuerungen umzugehen.

 

Mobilität als Service

Genau deswegen entsteht aktuell ein Wirtschaftszweig, der vielversprechend scheint. Diese sogenannte „Robo-economy“, die beispielsweise das Verkaufen von Fahrten in automatisierten Fahrzeugen realisieren soll, wird wahrscheinlich milliardenschwer. So wandeln sich Autohersteller zunehmend zu Flottenverwaltern und Unternehmen, die mehr und mehr digitale Dienste anbieten.

 

Beispiel Finnland

Gerade Start-Ups, wie die Macher der App „Whim“ aus Finnland, nutzen diese Trends und bauen darauf ihre Geschäftsidee.

Dort wird Mobilität als Dienstleistung angeboten, denn immer mehr Menschen zieht es in unsere Städte, aber noch mehr Autos passen da teilweise gar nicht mehr hinein. Die Idee sieht so aus, dass man mittels einer App einen Weg, also die Mobilität, bucht und dabei automatisch alle Verkehrsmittel zahlt. Will ich zum Supermarkt, dann gebe ich das als Ziel ein und kann in der App wählen, ob ich den schnellsten, oder den ökologischen Weg haben möchte. Dabei errechnet das Programm automatisch, welche Teilstrecke ich mit dem Taxi, mit dem Bus, oder mit der Straßenbahn zurücklegen muss und lotst mich entsprechend von A nach B. Auch bezahlt wird über diese App. Jedoch nicht jede Fahrt einzeln. Man bucht sich beispielsweise ein Monatsticket und kann dann, in beliebig vielen Fahrten, alle Verkehrsmittel rund um die Uhr nutzen. Damit gibt es keine Tarifzonen, keine Ticketautomaten und keine eigene Routenplanung und Organisation mehr. Die visionäre Idee dahinter ist es, die Menschen dazu zu bewegen, auf ein eigenes Auto zu verzichten und die öffentlichen Verkehrsmittel häufiger und intelligenter zu nutzen.

Das Konzept versteht es ein Optimum aus Wartezeit und Preis zu ermitteln und möchte zukünftig sogar über live-tracking der Busse und Bahnen die Routen noch weiter verbessern. Damit soll es in Zukunft kein Problem mehr sein, hat eine Anschlussbahn etwa Verspätung.

Stadtplaner erhoffen sich dadurch den Verkehr in den Städten insgesamt flüssiger und reibungsloser zu gestalten. Doch damit es über das Start-Up-Stadium hinausgeht, braucht es entsprechende Gesetze und alte Strukturen, besonders bei den alteingesessenen Verkehrsbetrieben, müssten vorher aufgebrochen werden.

 

Rollenverschiebung

Das hat natürlich zur Folge, dass sich auch die Rolle der Autohersteller und Werkstätten wandeln wird, wenn sich weniger Menschen ein eigenes Auto kaufen.

Die aktuellen Trends Elektroautos und autonomen Fahrens pushen sich stetig gegenseitig, was langfristig zu weniger Autos auf unseren Straßen führen wird. Genauso nimmt auch der Wartungsbedarf ab, da Elektroautos weniger intensive Wartungen und Reparaturen benötigen. Schon heute ist die Anzahl der Autohäuser rückläufig und Händler, sowie Werkstätten kommen in Bedrängnis. Helfen kann da nur, wenn Autohändler sich nicht mehr reine Verkäufer, sondern als Mobilitätsdienstleister verstehen und ihre Autos etwa fürs autonome Fahren oder Carsharing zur Verfügung stellen. Genauso müssen zukünftig auch Werkstätten digitaler werden und sollten teilweise in den IT-Bereich der Automobilsektors miteinsteigen.

 

Wie wir sehen wandelt sich die Art und Weise, wie wir uns durch die Städte bewegen. Es kann dazu führen, dass wir unsere heutige Vorstellung von Mobilität vollständig anpassen müssen, was auch positive Seiten haben kann. Es soll elektrisch, ökologischer, schneller und entspannter werden.

Wir dürfen also sehr gespannt sein, wie wir uns in wenigen Jahren fortbewegen werden!

 


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